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2002
Von Elisabeth Trissenaar 2002 gewählt für die
Rolle der Natalja in Drei Schwestern
(Anton Tschechow, Schauspielhaus Zürich, Regie: Stefan Pucher)
und die Rolle im Ensemble von Die schöne Müllerin
(Wilhelm Müller/Franz Schubert, Schauspielhaus Zürich,
Regie: Christoph Marthaler)
Biografisches
Jahrgang 1969. Ausbildung an der Berner Schauspielschule.
Schauspielerin in Berlin, Kassel, Jena, Wuppertal, Basel, Berlin,
Zürich.
Prägende Rollen
Warja, Natalja (Tschechow), Protagonistin in Marthaler-Inszenierungen:
Hotel Angst, Synchron, Das goldene
Zeitalter.
Über Bettina Stucky
Als Natalja in Drei Schwestern (Anton Tschechow)
Schauspielhaus Zürich, Regie: Stefan Pucher
Sie ist die unschuldige Naive im Blümchenkleid als Natalja
in Puchers Drei Schwestern, mit dieser naturbelassenen
Süße im Gesicht, diesem sogenannten Schmelz, der in
Schwarzweißfilmen so wunderbar mit winzigen Lichteffekten
betont werden konnte. Sie muss sich mit ihrer ganzen Leibeskraft
und präsenz durch die sperrigen Türen zwängen,
mit denen sich die sieche, feine Philosophiergesellschaft von
eher am Überleben als am Untergehen interessierten Geschöpfen,
wie Natalja eines ist, abgeschottet hat. Doch spätestens
als sie mit ihrem unbrauchbaren, teiggesichtigen Andrej zu einem
schnulzigen Liebesmusical anhebt, so unfassbar lieblich, rein,
rundum gottgefällig und gesund, dass es einfach nicht wahr
sein kann, beginnt man Monströses zu ahnen. Und siehe da,
das Biest entfaltet sich allmählich, wird zur geschmacklosen,
dafür umso selbstbewusster in Satin und Perlen gepackten
Kurvenschönheit, zur veritablen Bitch der maroden Gutsbesitzerszene,
egoistisch, raffgierig, sexy...
Simone Meier in Theater heute, Juni 2002
Als Darstellerin in Die schöne Müllerin
(Wilhelm Müller/Franz Schubert) Schauspielhaus Zürich,
Regie: Christoph Marthaler
Sehnsucht war das Motto hinter all Ihren Aktionen, aber Lyrismen
haben Sie sich nicht gestattet. Hätten die Marx-Brothers
Schwestern, Sie wären an diesem Abend eine gewesen...
Aus der Laudatio von Elisabeth Trissenaar zur Verleihung des
Alfred-Kerr-Darstellerpreises
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