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1993
Von Albert Hetterle 1993 gewählt für die Rolle
des Sigismund in Der Turm
(Hugo von Hofmannsthal, Deutsches Theater Berlin, Regie: Thomas
Langhoff)
Biografisches
Jahrgang 1964. Ausbildung an der Hochschule für Schauspielkunst
Ernst Busch Berlin.
Schauspieler und Regisseur in Berlin (Deutsches Theater, Theater
am Kurfürstendamm, Staatsoper Berlin).
Prägende Rollen (Auswahl)
Tempelherr (Lessing), Peer Gynt (Ibsen), Graf Wetter vom Strahl,
Amphitryon (Kleist), Siegfried (Hebbel), Achill (Kleist),
Fabian (Kästner). Regie: Entdeckungen des Vaters bei gemäßigt
leichter Gartenarbeit (Apollosaal, Staatsoper Berlin).
Viele Rollen im Film und im Fernsehen, eigene Texte, Zusammenarbeit
mit dem Komponisten Christoph Schambach.
Über Daniel Morgenroth
Als Peer Gynt in Peer Gynt (Henrik Ibsen), Deutsches
Theater Berlin, Regie: Friedo Solter
Ein Schauspieler ist der Magier, der allen Zauber liefert, die
Bilder entstehen lässt und sich selbst als den Schöpfer
einer eigenen, faszinierenden Welt begreift: Daniel Morgenroth
als Peer Gynt. Der Naturbursche des Beginns hat eine unbändige
Heiterkeit, eine den Körper durchrüttelnde Kraft, eine
Wildheit, die Zärtliches verbirgt, etwa im jungenhaft derben,
herzlichen Umgang mit der Mutter.
Christoph Funke, Der Morgen, 06.05.1991
Die Inszenierung baut auf die Stufenleiter vom Jedermann zum Niemand.
Erst Kraftprotz, dann Bürgerschreck und Adoptivsohn der Trolle,
später Nabob und Selfmademan, und am Ende Strandgut, sich
selber so fremd, als habe es ihn nie gegeben, ein erschöpftes
Exemplar mit dem Tod im Nacken und einer Vita im Schlepptau, die
außer Verlusten nichts gebracht hat.
Dagegen macht der Darsteller auf der Reise von Ich zu Ich sein
Theaterglück: Daniel Morgenroth. Das Deutsche Theater gehört
nach wie vor den Mimen.
Sibylle Wirsing, Der Tagesspiegel, 03.05.1991
Als Sigismund (Der Turm, Hugo von Hofmannsthal),
Deutsches Theater Berlin, Regie: Thomas Langhoff
Morgenroths wundersam verstörter Sigismund verweigert sich
nicht nur, als Symbol des Neuen herzuhalten für das Alte,
er sieht auch ein, dass Nähe nicht möglich ist, wenn
es um Königreiche und Vermögen geht. Es kann kaum ein
schöneres Bild dafür geben als jenes, das Langhoff beim
Treffen des Vaters mit dem Sohn inszeniert hat. Gudzuhn (...)
reicht Morgenroth die Hand zum Kuss. Doch der Junge (...) will
nicht unterworfen sein. Er möchte sich angenommen fühlen.
Langsam, furchtsam windet Morgenroth seinen Kopf unter die offene
Hand, wartet darauf, gestreichelt zu werden. Vergebens. Der Liebesentzug
bedingt den Aufruhr, der Sohn fällt über den Vater her.
C. Bernd Sucher, Süddeutsche Zeitung, 12.06.1992
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