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2006
Von Martin Wuttke 2006 gewählt für die Titelrolle
in der "Platonow"-Inszenierung von Karin Henkel am Schauspiel
Stuttgart.
Biografisches
Geboren 1974 in Köln. Er erhielt seine Ausbildung 1996 bis
2000 in Potsdam-Babelsberg. Seine Engagements führten ihn
2000 ans Deutsche Theater Berlin, von 2000 bis 2002 ans TAT Frankfurt,
2003/2004 ans Deutsche Schauspielhaus in Hamburg.
2003 spielte er am Theater Basel, in den Sophiensaelen Berlin
und im TIF/Staatsschauspiel Dresden.
Seit der Spielzeit 2005/06 mit Beginn der Intendanz Hasko Weber
festes Engagement am Schauspiel der Staatstheater Stuttgart.
Prägende Rollen am Schauspiel Stuttgart
Michail Platonow in "Platonow" von Anton Tschechow (Regie:
Karin Henkel)
Woyzeck in "Woyzeck" von Georg Büchner (Regie:
Thomas Dannemann)
Vicomte de Valmont in "Gefährliche Liebschaften"
nach Choderlos de Laclos (Regie: Stephan Rottkamp)
Laudatio auf Felix Goeser von Martin Wuttke, gehalten am 21. Mai
2006 im Haus der Berliner Festspiele
Felix Goeser ist kein sehr junger Schauspieler mehr. Und
ist dennoch der Richtige für einen Nachwuchspreis. Er hat
erst spät die Schauspielschule absolviert, und der Platonow
ist seine erste große Rolle. Er spielt ihn als einen Dandy,
der sich selbst parodiert, als Clown, als Hanswurst, als Gaukler.
Als Narr der er ist, der er immer gewesen ist, sagt
Henry Miller über den Clown. Es gibt eine Federzeichnung
von Hans Holbein, die man in Basel sehen kann. Sie zeigt einen
Narren, der seine Kasperlfiguren zu bewundern scheint. Er hält
eine in der Hand, wie einen Spiegel. Sie trägt die gleiche
Schellenkappe wie er. Mit der anderen Hand scheint er die Puppe
zu necken, zu reizen, auf dass sie lebendig werde. Mit demselben
finsteren, boshaft argwöhnischen Blick, mit derselben lauernden
Neugierde, mit derselben neckend aufreizenden Geste spielt Felix
Goeser Platonow.
Er befreit sich und das Theater von der Last des Bedenkenträgertums,
von der zähen Trägheit der Stilistik, von jeder dekorativen
Weinerlichkeit und spielt los. Mit sich und den anderen Fratzen
als Zirkusdirektor, Artist, Dompteur als sein eigener Tiger
oder sein eigenes Dressurpferdchen, als dummer August. In den
besten Momenten zeigt dieser fuchtelnde Narr auf die Wahrheit
und verwirft die akademische Tradition des Wahren, Guten, Schönen
als Oberheuchelei.
Aus der Laudatio von Martin Wuttke
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