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Im Jahr 2000 übernahm mit Udo Samel ein Künstler
die Juroren-Aufgabe für den Alfred-Kerr-Darstellerpreis,
der auch als Regisseur im Musiktheater Erfolge gefeiert hat. Am
25. Juni 1953 in Eitelsbach bei Trier geboren, erhielt Udo Samel
während seiner zehnjährigen Internats-Zeit bis 1973
zunächst eine umfangreiche musikalische Ausbildung und begann
ein Studium der Slawistik und Philosophie, ehe er sich an der
Hochschule für Musik und darstellende Kunst in Frankfurt
am Main zum Schauspieler ausbilden ließ. Bereits während
dieser Zeit debütierte er am Staatstheater Darmstadt in Marie-Luise
Fleißers Fegefeuer in Ingolstadt. Nach einem
zweijährigen Engagement in Düsseldorf, wo er unter anderem
die Titelrolle in Hanns Henny Jahns Thomas Chatterton
gespielt hatte, kam Samel 1978 an die Berliner Schaubühne.
Ihrem Ensemble gehörte er bis 1992 an.
In diesen Jahren, die der Schauspieler rückblickend
als seine wichtigste Zeit am Theater beschrieb, begann
auch seine Karriere als Kino- und Fernseh-Darsteller. Nach Messer
im Kopf (Regie: Reinhard Hauff, 1978) war es vor allem die
Rolle des Franz Schubert im ZDF-Dreiteiler Mit meinen heißen
Tränen (Regie: Fritz Lehner, 1986), die Udo Samel unumstrittenes
Lob eintrug. Weitere Höhepunkte seiner Filmarbeit waren Der
Vulkan nach Klaus Mann und Hans-Christoph Blumenbergs
Das Deutschlandspiel, in dem er als Michail Gorbatschow
zu sehen war. Im Jahr 2001 wirkte er in Michael Hanekes Verfilmung
von Elfriede Jelineks Die Klavierspielerin mit.
Während seiner Zeit an der Schaubühne prägte
Samel vor allem Stücke von Botho Strauß (Kalldewey,
Farce, Die Zeit und das Zimmer) und Inszenierungen
von Peter Stein, Robert Wilson und Klaus Michael Grüber,
der ihn 1986 bei den Salzburger Festspielen als Hermes in seiner
umjubelten Arbeit Prometheus, gefesselt besetzte.
Sieben Jahre später übernahm er am gleichen Ort die
Rolle des Teufels in Hofmannsthals Jedermann.
Sein Debüt als Opern-Regisseur gab Udo Samel 1996
am Deutschen Nationaltheater Weimar mit Alban Bergs Wozzeck,
in Dresden folgten wenig später Aida und Il
Trittico. Nach Schauspiel-Inszenierungen wie der Uraufführung
von Albert Ostermaiers Zuckersüß und Leichenbitter
(München 1997, auch Hauptrolle) sowie Harry Mulischs Das
Theater, der Brief und die Wahrheit (Frankfurt am Main,
2001) kreierte Samel zuletzt 2003 Franz Schuberts Lied-Zyklus
Die schöne Müllerin am Schauspiel Frankfurt.
Zum 75. Geburtstag von Heiner Müller wirkte er im Januar
2004 als Darsteller in Ulrich Mühes Berliner Inszenierung
von Der Auftrag mit.
Als Juror des Alfred-Kerr-Darstellerpreises wählte
Udo Samel, der selbst u. a. mit dem Europäischen Filmpreis
und dem Adolf-Grimme-Preis geehrt wurde, im Jahr 2000 Kathrin
Angerer. Er würdigte damit ihre Rolle als Darja Pawlowna
Schatowa in Frank Castorfs Inszenierung der Dämonen
nach Dostojewski an der Volksbühne Berlin.
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